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13.03.2019 - Kaminbrände fordern Feuerwehren der VG Rhein-Nahe Gleich drei Kaminbrände innerhalb einer Woche hatten die Feuerwehren der VG Rhein-Nahe abzuarbeiten. Zweimal in Trechtingshausen und einmal in Weiler. Während die Beiden in Trechtingshausen zügig abgearbeitet werden konnten, hatte es der Dritte ein Weiler in sich. Gut vier Stunden waren die Feuerwehren aus Weiler, Waldalgesheim, Münster-Sarmsheim sowie die Drehleiter aus Stromberg im Einsatz, bis die Gefahr beseitigt war. Danach mussten die Weilerer Kameraden nochmal vier Stunden Brandwache halten, bis die Temperatur im Kamin soweit gesunken war, dass von ihm keine Gefahr mehr ausging. Problematisch dabei war, dass der brennende Ruß bereits den Kamin verstopft hatte. Von der Drehleiter aus musste mit einer sogenannten Fallgranate des Schornsteinfegers erst die harte Verstopfung durchbrochen werden, um dann mit viel Aufwand den brennenden Ruß auszukehren, um ihn draußen ablöschen zu können. Unzählige Male musste dabei der Kehrbesen mit der schweren Fallgranate durch den Kamin heruntergelassen und wieder herausgezogen werden. Gut zwei Schubkarren voll an brennendem und aufgequollenem Glanzruß vielen dabei an. Mit der Wärmebildkamera musste permanent die Temperatur am gesamten Kamin gemessen werden, um Balken oder andere Gegenstände in direkter Nähe zum Kamin, wie zum Beispiel auch Tapeten oder Möbel, vor einer Entzündung zu schützen. Glanzruß entsteht in der Regel durch das Verbrennen von zu feuchtem Holz - die Restfeuchte darf maximal 20% betragen - oder stark rußenden Stoffen wie mit Teer, Öl, Farbe und so weiter, belastete Materialien. Durch zu geringe Verbrennungstemperaturen entsteht hierbei ein hoher Rußanteil im Rauchgas, der sich im Kamin niederschlägt und nach einiger Zeit aushärtet. Auch durch zu wenig Sauerstoff bei der Verbrennung, bei zu weit geschlossenen Zug-Klappen, entsteht so eine unvollständige Verbrennung mit hohem Rußanteil, die ebenfalls zu Glanzruß führt. Das früher gerne praktizierte Einwickeln von Briketts in nasses Zeitungspapier, damit die Glut länger hält, ist in diesem Zusammenhang eine potentielle Gefahrenquelle, ebenso wie das in der Weihnachtszeit gerne praktizierte Verbrennen von Tannenzweigen, weil es ja so gut riecht. Hat sich in einem Kamin erst mal Glanzruß entwickelt und der Ofen wird mal wieder so richtig angeheizt, können Funken und Flammen in den Kamin schlagen und den Glanzruß entzünden. Fängt dieser an zu brennen, kann er sich auf bis das zehnfache seiner ursprünglichen Dicke aufblähen und den Kamin verstopfen. Zum einen besteht dann die Gefahr von Rauchgas- und Kohlenmonoxid-Vergiftungen, da die Rauchgase nicht mehr abziehen können. Dabei entstehen im Kamin Temperaturen von 1000 Grad und mehr. Zum anderen kann durch die Hitze und den aufgequollenen Ruß der Kamin reißen und eine enorme Brandgefahr für das ganze Gebäude darstellen. Erkennen kann man einen Kaminbrand daran, dass aus dem Kamin Funken fliegen oder sogar Flammen sichtbar sind, oder er sehr stark qualmt. Aber auch schon überhöhte Temperaturen an der Kaminwandung sind ein Anzeichen für einen Kaminbrand. In diesem Fall müssen Sie sofort den Notruf 112 wählen und die Feuerwehr alarmieren. Denn nur sie kann einen Kaminbrand wirkungsvoll und sicher löschen. Auf keinen Fall darf aber mit Wasser der Brand gelöscht werden. Durch die extremen Temperaturen verdampft Wasser schlagartig. Aus einem Liter Wasser werden rund 1.700 Liter Wasserdampf, was den Kamin im Extremfall geradezu explodieren lässt. Text und Bilder: Wolfgang Bleher, Feuerwehr VG Rhein-Nahe vorherige Seite nächste Seite
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